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RHD-2
Impfung mit FILAVAC VHD K C+V gegen RHDV-2

Die neue Variante des Virus der Hämorrhagischen Kaninchenseuche (RHDV-2) zunehmend auch in Baden-Württemberg

Seit Sommer 2010 traten in Frankreich, später auch in Italien und auf der Iberischen Halbinsel eine neue Variante des RHD-Virus auf, die selbst bei ordnungsgemäß geimpften Kaninchen eine Sterblichkeit von 50 % aufwies. Diese Variante des RHD-Virus wurde als RHD-Virus 2 (kurz: RHDV-2) bezeichnet, hat in Frankreich inzwischen die klassischen RHD-Virus-Stämme weitgehend verdrängt und wird seit rund zwei Jahren vermehrt nach Deutschland eingeschleppt, wo die Anzahl an diagnostizierten RHDV-2-Infektionen sichtbar zunimmt.

Ausführliche und fachkompetente Informationen der Arbeitsgruppe „Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut“ des Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit in Greifswald finden Sie unter:

Stellungnahme Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit


Was heißt das für die Praxis?

Fakt 1: Eine zweimalige Impfung im Abstand von 3 Wochen mit einem in Deutschland zugelassenen Impfstoff verhindert bei der überwiegenden Anzahl der geimpften Tiere im Falle einer Infektion mit dem RHD-2-Virus schwere klinische Erkrankungen, ABER NICHT die Infektion selbst.

Fakt 2: Solche infizierten Kaninchen können möglicherweise lebenslänglich Virusausscheider bleiben, wodurch das Virus in die Umwelt gerät und weitere Kaninchen infiziert werden können.

Fakt 3: Zum Schutz der in Deutschland gehaltenen Kaninchen wird von Seiten der veterinärmedizinischen Impfkommission empfohlen, die RHD-Impfung auch nach zweimaliger ordnungsgemäßer Grundimmunisierung halbjährlich zu wiederholen oder noch besser:

Fakt 4: Es gibt in Frankreich einen ersten kombinierten Impfstoff gegen beide RHD-Stämme, also RHD und RHDV-2, und zwar FILAVAC VHD K C+V, der jedoch in Deutschland nicht zugelassen ist. Dieser Impfstoff würde für die in Deutschland gehaltenen Kaninchen den größtmöglichen Impfschutz, also Infektionsschutz, bieten.

Fakt 5: Der Gesetzgeber verbietet dem Tierarzt, Impfstoffe, die nicht in Deutschland zugelassen sind, aus dem Ausland zu beziehen und anzuwenden (Tiergesundheitsgesetz TGesG § 11).

Der Gesetzgeber räumt jedoch die Möglichkeit einer Ausnahmegenehmigung ein und dies führt uns mit der Absicht, möglichst bald Kaninchen mit dem französischen Impfstoff impfen zu können, vor folgende Aufgaben:

1. Ermittlung der voraussichtlich zu impfenden Kaninchen (= Anzahl benötigter Impfstoffdosen)

2. Reservierung/Bestellung der Impfdosen-Anzahl und Anforderung eines Impfstoff-Chargenprüfprotokolls des zur Bestellung beabsichtigten Impfstoffes beim deutschen und dafür wiederum zugelassenen Großhändler.

3. Antragstellung auf Ausnahmegenehmigung beim Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg für die benötigten Impfdosen

4. Genehmigungserteilung und Impfstoffbestellung

Zur Ermittlung der Anzahl benötigter Impfstoffdosen können Sie sich hier verbindlich anmelden.

ANMELDEFORMULAR ÖFFNEN